Trauminterpretation
Allgemein:
Eltern können im Traum für das Bedürfnis nach Rat, Hilfe, Sicherheit, Geborgenheit und aufrichtige Gefühle stehen. Je nachdem, wie das Verhältnis zu den eigenen Eltern ist (war), sind aber auch individuell andere Deutungen möglich. Alte Traumbücher geben unter anderen noch folgende Bedeutungen an: - Mit den Eltern streiten warnt davor, daß man durch eigene Schuld in Schwierigkeiten geraten wird. - Eltern sehen kann Glück und Erfolg in der nächsten Zeit verheißen. - Eltern sterben sehen soll eigenes langes Leben ankündigen; vielleicht kommt darin auch zum Ausdruck, daß man sich von ihrem starken Einfluß befreien sollte. - Tote Eltern werden als Glückssymbol verstanden, manchmal im Sinne von Wohlstand.
Psychologisch:
Mutter und Vater (siehe dort), die für eine glückliche Jugend sorgten, treten im Traum oft dann auf, wenn sich ein Träumer nach jener Geborgenheit zurücksehnt, die er im Elternhaus empfand. Das Unbewußte nimmt sie als Beispiel, wenn in der eigenen Familie des Träumers Unstimmigkeiten aufkommen. Wahrscheinlich befindet sich der Träumer in einer Situation, in der er auf Hilfe hofft. In Pubertätsträumen tauchen die Eltern als Gegner auf, ein Beweis dafür, daß man sich von ihnen lösen möchte. Waren die Eltern in der Jugend kein Vorbild, dann kann solch eine Begegnung gegenteilig interpretiert werden, als das sich wehren gegen Menschen, die man für schlechte Ratgeber hält. Wenn man den verstorbenen Eltern begegnet, wird das als ein Rat suchen gewertet, man braucht Hilfestellung in einer prekären Lage.
Volkstümlich:
(arab. ) : - sprechen: du kannst getrost in die Zukunft sehen; Glück in Unternehmungen; - sehen: du wirst gut beschützt; - sich mit ihnen streiten: man wird eine schlimme Nachricht erhalten; - die lebenden verlieren: Trost und Hilfe im Leid; den Eltern ist ein langes Leben beschieden; - krank sehen: Unheil; - die verstorbenen sehen oder sprechen: Frohsinn und Glück werden dich erfreuen; eine positive Nachricht erhalten; in einem Notfall unerwartete Hilfe erhalten. (europ.) : - von ihnen träumt man, wenn man ihren Halt ersehnt; (wenn sie noch leben): - sehen oder sprechen: bedeutet Freude, Heiterkeit, Glück und Erfolg in Unternehmungen; - fröhlich sehen: Zeichen für Harmonie und angenehme Mitarbeiter; - mit ihnen streiten: üble Vorbedeutung; - glücklich in ihrem Haus sehen: angenehme Veränderungen kommen auf Sie zu; - bei guter Gesundheit und zufrieden sehen: in glücklichen Umständen leben; Ihr Geschäft und Ihre Liebesbeziehung entwickeln sich gut; - traurig sehen: das Glück verläßt einem; - die noch Lebenden tot sehen: Ausdruck der eigenen Ängste; ein langes Leben für Mutter und Vater; - Für eine junge Frau bedeutet dieser Traum Heirat und Reichtum. Sind die Eltern blaß und schwarz gekleidet, werden Sie von Enttäuschungen heimgesucht. - verstorbene sehen: kündet gute Familiennachrichten an; auch: unerwartete Hilfe bei Probleme die auf einem zukommen. (ind. ) : - die verstorbenen sehen: gute Zeiten werden für dich kommen; - mit ihnen streiten: du wirst deinen Ungehorsam bitter bereuen; - sterben sehen: bedeutet für sie ein recht langes Leben. (Siehe auch "Familie", "Großeltern", "Mutter", "Vater")
Allgemein:
Im Traum steht Essen allgemein für Bedürfnisbefriedigung. Essen kann im Traum als körperliches Signal auftreten, wenn man tatsächlich Hunger hat; dann soll der Schlaf durch die Scheinbefriedigung im Traum gesichert werden. Oft treten Träume mit Mahlzeiten auch während einer Schlankheits- oder Fastenkur sowie bei Menschen mit suchtartigen Eßstörungen (Magersucht, Eß-Brechsucht) auf und weisen in den letzten Fällen auf die psychischen Hintergründe hin, die in der Regel aber nur vom Therapeuten analysiert werden können. Im übertragenen Sinn kann Essen für die Einverleibung von Erfahrungen, Erkenntnissen und geistigen Werten stehen. Nach alten Traumbüchern kann das Essen je nach den Begleitumständen noch folgende Bedeutung haben: - Reichlich Essen allein rasch verschlingen zeigt oft Besitzgier und mangelndes Mitgefühl für andere an. - Kärgliches Essen, das nicht schmeckt, kann darauf hinweisen, daß man einen geringen Erfolg erzielt, an dem man sich nicht freuen kann; manchmal kommen darin auch Schuldgefühle zum Ausdruck. - Einladung zum Essen soll auf bevorstehende unruhige Zeiten hinweisen.
Psychologisch:
Spielt Nahrungsaufnahme im Traum eine Rolle, so kann dies ein Hinweis darauf sein, daß dem Träumenden ein grundlegender Nährstoff oder ein Feedback im Leben fehlt. - Geht es im Traum darum, daß er nicht ißt oder die Nahrungsaufnahme verweigert, dann zeigt dies ein vermeiden von Wachstum und Veränderung an, also gegen irgend etwas in unserem Leben, das es zu überwinden gilt. Vielleicht versucht der Träumende, sich von anderen Menschen fernzuhalten oder sich zu isolieren. Oder aber der Träumende ist mit sich selbst uneinig, weil er mit seinem Körper unzufrieden ist. - Man versuche sich zu erinnern, was man im Traum gegessen hat, um daraus seine Schlüsse zu ziehen, denn die Traumspeise ist oft gleichzusetzen mit der geistigen Nahrung, die uns abgehen könnte und nach der man sich heißhungrig drängt. Page 435 434 - Wird der Träumende in seinem Traum verspeist, so symbolisiert dies seine Erkenntnis, daß er von seinen eigenen Gefühlen und Ängsten oder von jenen anderer Menschen verzehrt wird. - Von einem wilden Tier gefressen zu werden, läßt darauf schließen, daß der Träumende von seiner eigenen animalischen Natur "aufgefressen" wird.
Spirituell:
Es heißt: Der Mensch ist, was er ißt", und daher sollte der Träumende auf der spirituellen Ebene die beste Nahrung zu sich nehmen, die er bekommen kann.
Volkstümlich:
(arab. ) : - sehen: verkündet betrügerische Absichten; - zu sich nehmen: hüte dich vor Krankheit; - sich selbst mit anderen bei ein üppigen Mahl sehen: man sollte seine Genußsucht mäßigen; - sich selbst mit anderen bei einem dürftigen Mahl sehen: man wird unter Schmerzen zu leiden haben, die einem von befreundeten oder gar geliebten Menschen zugefügt werden; - dazu eingeladen werden: ehrende Beachtung; - gute Speisen: du wirst keine Not haben; - schlechte Speisen: Unzufriedenheit; Krankheit; - im Freien essen: Unwohlsein; - verbranntes sehen: es besteht reelle Brandgefahr; - verweigern: man möchte jeder Veränderung der Lebensumstände aus dem Wege gehen; - nur riechen: es steht eine schlechte Nachricht ins Haus. (europ.) : - entweder Nottraum oder Ersatz für Abneigung gegen Essen im Wachen; man fühlt sich sexuell unbefriedigt und hungrig; - alleine essen: deutet auf Verlust und melancholische Stimmung hin; - an einer großen Tafel speisen: Wunsch nach mehr Geselligkeit; - in Gesellschaft: mit angenehmen Geschäftsklima und erfolgreichen Unternehmungen rechnen dürfen; - trägt die Tochter die Fleischplatte fort, bevor man mit essen fertig ist: Ärger oder Probleme mit den Untergebenen bekommen; dasselbe gilt, wenn dies ein Kellner(in) tut; - andere essen sehen: läßt Freude und Erfolg in Unternehmungen erwarten; - verbranntes: bringt unangenehme Nachrichten; - sehr eilig essen: bringt Gesundheit; - ein reichliches alleine einnehmen: man macht sich durch eine Rücksichtslosigkeit oder einen Mangel an Mitgefühl unbeliebt; - ein kärgliches einnehmen: man empfindet über etwas Reue; - essen und nicht satt werden: besagt, daß man auf allen Reichtum verzichten muß; - eines einnehmen wollen, aber nichts zu essen finden: bringt eine Veränderung im Leben; - Obst essen: deutet auf Küsse, die man gerne in Empfang nimmt. (ind. ) : - eingeladen werden: unruhige Zeiten machen sich bemerkbar; - sehen: Einladung; (Siehe auch "Ernährung/Fürsorge", "Ekel", "Hunger", "Kauen", "Mahlzeit" und unter einzelnen Tier- Obst- und Gemüsearten)
Allgemein:
Vater steht teilweise für das Verhältnis zum eigenen Vater und/oder verdeutlicht jene Wesenszüge, die er durch seine Erziehung beeinflußt hat; dahinter erkennt man nicht selten neurotische Störungen, die in der Kindheit begründet wurden. Er kann aber auch auf ein starken Einfluß durch eine Vaterfigur bei einer unreifen Persönlichkeit hinweisen. Allgemein symbolisiert er Männlichkeit, Energie und Tatkraft.
Psychologisch:
Der Vater ist im Traum ein Symbol für traditionelle Ordnung und natürliche Autorität. Der archetypische Vertreter des Rationellen, Funktion des tätigen Bewußtseins und des Willens. Der Vater im Traum ist meist der Vermittler der an den Verstand gebundenen Lebensinhalte, aber auch Element des Traditionellen. Hat oder hatte der Träumer ein gutes Verhältnis zum eigenen Vater, baut dieser durch das Unbewußte Konflikte ab und führt uns gewissermaßen an seiner Hand sicher auf den richtigen Weg. In den Träumen Erwachsener tritt der Vater entweder als hilfreiche Figur, die die längst vergessenen Lehren des einstigen Vaters ins Gedächtnis zurückruft, oder als die vom Vater geprägte Persönlichkeitsseite des Träumenden auf. In den Träumen Jugendlicher ist der Vater im Traum meist ein Gegenspieler. Mit diesem Bild kann ein Generationskonflikt ausgedrückt werden, wenn der Vater in anderer als natürlicher Gestalt auftritt. Das Traumbewußtsein will dem Träumenden dadurch helfen, sich von kindlichen Vatervorstellungen zu trennen und den Vater als Menschen wie andere auch zu erkennen. Bei Töchtern übersetzt er oft den ersten Geliebten, bei Frauen allgemein auch den Gatten oder - in schlecht verlaufenden Ehen - die Sehnsucht nach einer neuen Lebensgemeinschaft und läßt das durch ihn geprägte Wunschbild eines Partners erkennen. Frauen träumen weit häufiger von der archetypischen Vaterfigur, die in Frauenträumen auftauchen und nicht unbedingt den leiblichen Vater darstellen muß. Dies ist typisch für das Sicherheitsstreben der Frau (die sich als kleines Mädchen vom Vater beschützt und versorgt fühlte). Demgegenüber gilt aber der Vater im Traum auch als das personifizierte schlechte Gewissen (besonders wenn die Mutter den Vater immer als den Strafenden fungieren ließ), besonders angesichts häufiger Partnerwechsel. Bei Söhnen ist er mehr die Autoritätsfigur, das Vorbild, aber auch der Rivale, der Gatte der geliebten Mutter. (Was Freud auf den Ödipuskomplex schließen ließ, denn Ödipus hat bekanntlich seinen Vater getötet und seine Mutter geheiratet.) Wer vom verstorbenen Vater träumt, mit dem ihn zu dessen Lebzeiten ein Vertrauensverhältnis verband, erhält Rat und Hilfe in einer verzwickten Lage. Wer selbst im Traum zum Vater wird, auch wenn das im Wachleben gar nicht zutreffen sollte, hat im Lebensalltag vielleicht eine zündelnde Idee, für die es sich lohnt, sich mit tatkräftigem Bemühen einzusetzen. Generell muß aber der gesamte Traum sehr eingehend betrachtet werden, denn der Vater ist ein sehr vieldeutiges Traumsymbol.
Volkstümlich:
(arab. ) : - sprechen: etwas Gutes erfahren; - verlieren oder nicht finden: in eine große Verlegenheit geraten; - selbst einer werden: man wird sich einen neuen Tätigkeitsbereich erschließen. (europ.) : - bei Mädchen und Frauen Revolte oder Mahnung der männlichen Natur; sehr oft auch Neigung oder Wertschätzung für Erzieher, Lehrer, Pfarrer usw., auf das Vaterbild übertragen; bei Männern häufig Auseinandersetzung mit aufgezwungenen, vorgesetzten, mitunter lästigen, meist unangenehmen Gewalten; - sehen: ist ein sicheres Zeichen, daß er dich liebt; auch: man wird bald in ein Problem hineingezogen werden und einen wohlgemeinten Rat benötigen; - mit ihm sprechen: ein Zeichen kommenden Glücks; - stumm bleibend und krank sehen: man muß mit kommenden Schwierigkeiten rechnen; - den lebenden sehen: man ist im Begriff, Schande über die Familie zu bringen, und wird an die Schuldigkeit seinem Elternhaus gegenüber ermahnt; - den verstorbenen sehen: kündet eine unerwartete Freude oder Hilfe an; die Geschäfte entwickeln sich stürmisch, und man benötigt Umsicht zu deren Bewältigung; - sterben oder tot sehen: läßt auf ein langes Leben deines Vaters schließen; - Sieht eine junge Frau ihren verstorbenen Vater, treibt ihr Geliebter ein falsches Spiel mit ihr, oder er wird sie betrügen. (ind. ) : - werden: Ledigen verkündet es baldige Heirat, Verheiraten brave Kinder, schönes Eheleben; - sehen oder sprechen: Glück; - sterben sehen: Unglück; - verstorbene sehen: in deiner Familie wird es zu Veränderungen kommen. (Siehe auch "Archetypen", "Chef", "Direktor", "Geschlechtsverkehr", "Lehrer", "Kind", "König", "Mann", "Familie")






