Trauminterpretation
Allgemein:
Der Garten ist ein ähnliches Traumsymbol wie der Wald, nur ist er lieblicher und ein Stück domestizierter Natur. Dem Garten fehlt die wilde Kraft des (ursprünglichen, traditionellen) Waldes, aber ist er der Ort der Liebe und der Verführung. In den traumhaften Geschichten aus Tausendundeiner Nacht findet der sexuelle Genuß stets im Garten statt. Das einzige erotische Buch der Bibel, das erstaunlicherweise das Konzil von Nicäa überlebte, nämlich das Hohelied, das etwa im vierten Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung aufgeschrieben wurde, spielt bezeichnenderweise in einem Garten. Wer heute vom Garten träumt, bei dem schwingt, zumindest im Hintergrund, sicherlich auch die Sehnsucht nach Liebesgenuß, Verführung und nach Abenteuer mit. Allerdings ist das nicht die einzige Bedeutung dieses Traumsymbols - der Garten ist auch Ort der Ruhe und Erholung. Daß es aber der Garten und nicht die wilde Natur ist, die der Träumende sieht, zeigt auch seine "Verzagtheit". Ein bißchen Natur ist erlaubt, zuviel Natur jedoch von Übel - nach dieser Devise läßt der Traum nur noch das Bild des Gartens zu, um den großen Zensor in uns zu umgehen, der die Bilder der wilden Natur zu erschreckend findet. Im Garten drückt sich die Angst vor dem gefährdeten Leben aus, in dem sich der Mensch den Kreisläufen der Natur ausgesetzt fühlt. So schafft man das Bild des Gartens als ein Abbild des Paradieses. Anders sind da die klassischen Gärten der Mythologie, wie beispielsweise derjenige der Hesperiden ("Hesperos" ist der griechische Ausdruck für den Abendstern). Er ist ein Obstgarten, in dem wie im kältischen Avalon Apfelbäume mit goldenen Äpfeln stehen. Diese Bäume wurden Hera als Hochzeitsgeschenk von der Mutter Erde gegeben, damit Braut und Bräutigam mit der heiligen Hochzeit (hieros gamos) die Fruchtbarkeit der Erde erhalten. Hier ist auch im Symbol des Gartens die ursprüngliche Macht der Natur zu spüren. Die moderne Tiefenpsychologie und besonders C. G. Jung sehen im relativ häufig auftretenden Traumsymbol des Gartens ein Symbol der Individuation, das sich im Unbewußten des Menschen konstelliert, und den Träumenden auf die Aufgabe seiner Individuation aufmerksam macht. Oftmals verbirgt sich hinter dem Traumsymbol Garten auch eine Weltflucht. Wenn Sie vom Garten träumen, dann versuchen Sie, diesen Garten immer wilder werden zu lassen. Beleben Sie ihn in der Tagtraumtechnik mit wilden Tieren und statten Sie ihn mit mächtigen Bäumen und Pflanzen aus: Spüren Sie die Kraft der Natur, die Sie dabei durchströmt. Öffnen Sie sich Ihr. Der Garten im Traum ist ein positives Traumsymbol, denn es deutet Wachstum im Leben des Träumenden an oder seinen Wunsch, sich selbst zu kultivieren. Er symbolisiert den inneren Zustand des Träumenden. Garten symbolisiert häufig das Innenleben, vor allem den Bereich der Gefühle. Die genaue Bedeutung kann sich aus folgenden Begleitumständen ergeben: - Schönen Garten sehen bringt den Wunsch nach Liebe und Zuneigung zum Ausdruck. - Im Garten spazieren gehen steht für eine ausgeglichen-heitere Lebensgrundstimmung. - Garten hegen und pflegen zeigt an, daß man sich bemüht, Gefühle und zwischenmenschliche Beziehungen zu pflegen; zuweilen verspricht die Gartenarbeit auch Zufriedenheit mit dem Leben und sich selbst. - Verwilderter Garten kann Enttäuschungen ankündigen, weil man sich vielleicht nicht genug um einen nahestehenden Menschen bemüht. - Hohe Gartenmauer kann stilles Glück verheißen, aber auch vor Selbstgenügsamkeit, Zurückgezogenheit und Vereinsamung warnen.
Psychologisch:
Der Garten hat als Traumsymbol fast immer eine positive Bedeutung. Er steht im allgemeinen als Bild für eine partnerschaftliche oder eheliche Beziehung und deutet Wachstum, Fruchtbarkeit, Lebensfreude und Erneuerung an. Der Traumbereich, in den man nur wenige hereinläßt. Oft ist er mit einer Mauer oder einem Zaun umgeben, und sein Eingang ist eng - ein Hinweis darauf, daß man sich nicht in sein Inneres schauen lassen möchte. Aus seinem Zustand - ob gepflegt oder verwildert - lassen sich Rückschlüsse auf den Zustand der Seele ziehen. Steht alles in Blüte, herrschen Wachstum und Fruchtbarkeit, so zeigt das unsere Lebensfreude und meist auch ein intaktes Liebes- und Familienleben an. Der Gärtner, der den Garten im Traum hegt und pflegt, hat wie der Garten selbst eine positive Bedeutung. Der Garten im Traum kann für weibliche Wildheit stehen, die kultiviert und gezähmt werden muß, damit optimales Wachstum möglich ist. Träumt eine Frau von einem auffallend blumenreichen Garten, kann entweder ein befriedigendes oder ein unbefriedigendes Liebesleben dahinterstecken. Unbefriedigte Frauen träumen von einem umzäunten Garten, dessen schöne Blumen sie nicht erreichen können und können darüber hinaus auch Jungfräulichkeit darstellen. In erotischen Männerträumen entspricht der Garten dem Leib der Frau, das Paradies, das es wiederzufinden gilt. Altägyptische Traumforscher schlossen aus dem Spaziergang durch einen schönen Garten, daß man sein ganzes Leben gut gestalten werde.
Spirituell:
Auf der spirituellen Ebene steht Garten im Traum für das Paradies und ist als Aufforderung an den Träumenden zu verstehen, Entspannung zu suchen.
Volkstümlich:
(arab. ) : - ein verwilderter: man meide falsche Ratgeber; - einen schön zurechtgemachten sehen oder sich darin aufhalten: du hegst trügerische Gedanken; - darin arbeiten: sei vorsichtig im Verkehr; Bekannte suchen dir zu schaden; - voller Blumen: Freude und Zufriedenheit; - in seinem eigenen nahe der Umzäunung sein: es droht in naher Zukunft Ärger. (europ.) : - entspricht dem Innenleben, je nachdem, ob der Traum ihn geordnet oder verwildert zeigt; - verheißt Wohlhabenheit und glückliche Ehe; - sehen: man wird eine neue Liebe finden; - voll immergrüner Pflanzen und Bäume sehen: verheißt großen inneren Frieden und Wohlergehen; - mit Gemüse sehen: sagt Trübsal oder den Verlust von Vermögen sowie Verleumdungen voraus; - sich darin aufhalten: bedeutet große Freude; - in einem blühenden spazieren gehen: Glückseligkeit; bringt Vergnügen und schöne Erlebnisse; - in einem arbeiten: bringt Zufriedenheit durch Pflichterfüllung; - einen mit hoher Umzäunung sehen: eine Bitte wird abgeschlagen werden; - ein verfallender Garten: erinnert an die Vergänglichkeit alles Bestehenden und an die notwendige Arbeit, die hierbei getan werden muß, um Wohlstand und Achtung zu ernten; man ist von falschen Ratgebern umgeben; - Gartengeräte in den Händen: man muß aktiv mithelfen, innerlich wieder Ordnung zu schaffen; - Frauen verkündet dieser Traum, daß sie berühmt oder im Privatleben sehr glücklich sein werden. - Unglückliche und unbefriedigte Frauen träumen oft von einem umzäunten Garten, dessen schöne Blumen nicht erreichbar sind. - Gehen Frauen mit Ihrem Liebhaber durch einen Garten voll blühender Büsche und Pflanzen, deutet dies auf ungetrübtes Glück und finanzielle Unabhängigkeit hin. (ind. ) : - darin spazieren gehen: du bist glücklich, aber du kannst mit niemandem dein Glück teilen; - sehen: Vermögensbesserung; - darin arbeiten: du wirst einen Erfolg erringen; - schön, mit vielen Blumen: Zunahme des Vermögens; - vernachlässigt: du bist von falschen Ratgebern umgeben; - mit hoher Umzäunung: ein Gesuch wird dir abgeschlagen. (Siehe auch "Acker", "Baum", "Blumen", "Blüten", "Farben" und andere Gartengewächse) Page 539 538
Allgemein:
Pfau deutet darauf hin, daß man vor anderen glänzen will; das kann zu Ansehen und Ehre führen, wenn dahinter eine echte Leistung steht, aber auch als Geltungssucht und Angeberei entlarvt werden.
Psychologisch:
Der Pfau gilt als klassisches Wiedergeburtssymbol. In der Antike war der Pfau der Vogel Phönix, der nach dem Mythos fünfhundert Jahre lebt, dann verbrennt und aus seiner eigenen Asche wiedergeboren wird. Im Traum hat er dieselbe Bedeutung und ist daher ein positives Traumsymbol. Wer einen Pfau im Traum sieht, ist beglückt über die bunte Vielfalt des Lebens, kann Gegensätze ausgleichen und zu seelischer Übereinstimmung mit nahestehenden Personen kommen.
Spirituell:
Er ist ein Sonnenzeichen durch sein Rad, doch auch Symbol der Eitelkeit. Page 1068 1067
Volkstümlich:
(arab. ) : - Findet einer im Traum einen Pfau, wird er großen Reichtum, ein hohes Amt und eine bildhübsche Frau gewinnen. - Träumt jemand, er habe einen zahmen Pfau in seinem Haus, wird er eine Frau mit Vermögen heiraten und einen Sohn zeugen, der großes Ansehen genießen wird, weil das Gefieder des Vogels goldglänzend ist. - Ißt einer Pfauenfleisch, wird er vom Kaiser oder einem Großen Vermögen erwerben; häufig bedeutet der Pfau einen nicht gar so mächtigen König wegen seines schmucken, schönen Gefieders und der Krone auf dem Kopf. - Ißt einer das Fleisch eines weiblichen Pfaus, wird er von einer angesehenen Dame reiche Mittel erlangen. - Träumt jemand, sein Pfau sei verendet oder umgekommen, wird er in Trübsal und Armut fallen, auch wird ein anderer sein Amt bekommen; ist der Pfau ein Weibchen, wird das Unglück entsprechend seine Frau treffen. - vertraue der Zukunft, aber nicht deiner Eitelkeit; - schreien hören: schenke bösen Einflüsterungen kein Gehör; - im Käfig sehen: man wird bald die Möglichkeit haben, einen Lebenspartner zu finden, der vermögend ist; - ein Rad schlagen sehen: finanzielle Verhältnisse werden sich erheblich verbessern. (europ.) : - ein dem Feuer nahestehendes Ursymbol; Suche nach einem neuen Weg, der besseren Erfolg versprechen könnte als der bisherige; auch: hinter einer glänzenden Fassade von Äußerlichkeiten wie Vergnügungen und Luxus verbirgt sich echtes Elend; - einen sehen: verheißt Vorwärtskommen im Geschäft sowie Erlangung einer schönen reichen Frau die eine gewisse Rolle spielen wird, aber ihren Ehrgeiz und Egoismus hinter einer charmanten Liebenswürdigkeit zu verbergen versteht; warnt vor übereilter Heirat; auch: man hätte eine bessere Wirkung auf seine Mitmenschen, wenn man nicht so eitel und überheblich auftreten würde; - schreien hören: man wird eine verlockende Aufforderung oder Einladung erhalten, wobei aber ebenfalls Vorsicht geboten ist; - beim Anblick grauenhaft schrill schreien hören: man muß sich vor einer nach außen hin sehr gepflegten Person in acht nehmen; - mehrere Pfauen sehen: man wird mit hochstehenden Personen in Verkehr kommen; - ein Rad schlagen sehen: die Selbstdarstellung und Überheblichkeit ist zwar grandios, doch manchmal äußerst lächerlich; - Pfauenfeder: bedeutet Eitelkeit; - Träumt eine Frau davon, Pfauenfedern zu besitzen; könnte sie sich in der Einschätzung eines Mannes sehr täuschen. (ind. ) : - sehen: du wirst zu hohen Ehren kommen; - schreien hören: du wirst Scherereien haben; - radschlagen sehen: du wirst in vorteilhafte Verhältnisse kommen. (Siehe auch "Feuer", "Tiere", "Vögel")
Volkstümlich:
(europ.) : - Verlockungen. (ind. ) : - du wirst Torheiten begehen.
Volkstümlich:
(ind. ) : - du bist herrschsüchtig. Page 1349 1348
Allgemein:
Sie ist Symbolgestalt für das kreative Weibliche, das noch viele offene Möglichkeiten der Entwicklung vor sich hat.
Psychologisch:
Träumen Eltern von ihrer Tochter, können sie auf Probleme ihres Kindes aufmerksam gemacht werden, die sie bewußt nicht wahrnehmen, aber auch auf eigenes schuldhaftes Verhalten gegenüber ihrem Kind. Frauen deutet der Traum von der - oft sogar unbekannten oder gar nicht vorhandenen - Tochter an, daß mit dem persönlichen Innenleben irgend etwas nicht stimmen kann. Oft ist dieses Traumbild ein Symbol für die Angst des Träumenden vor dem Älterwerden. Es kann aber auch so verstanden werden, daß der Träumende all seine Hoffnungen und unerfüllten Wünsche im Traum, wie auch oft in der Wirklichkeit, auf sein Kind projiziert. Minderwertigkeitsgefühle können durch die Traumtochter ebenfalls ausgedrückt werden.
Volkstümlich:
(europ.) : - die eigene erblicken: viele unerfreuliche Ereignisse werden durch ein schönes und harmonisches Leben ersetzt; - sich den eigenen Wünschen widersetzen: es kommt Ärger und Unzufriedenheit auf einem zu. (Siehe auch "Familie", "Jugend", "Kind", "Kindheit", "Schwiegertochter", "Sohn", "Verwandte")
Allgemein:
Ein Traum von einem Tor symbolisiert in der Regel eine Veränderung, häufig eine Bewußtseinsveränderung. Der Träumende überschreitet eine Schwelle im Leben, probiert vielleicht neue Dinge aus oder bewegt sich von einer Lebensphase in die nächste. Tor steht meist für ein Hindernis auf dem Lebensweg. Geht man hindurch, wird man es überwinden. Das verschlossene Tor kann ankündigen, daß man sich mehr anstrengen muß, vielleicht aber trotzdem scheitert; das hängt davon ab, ob man es öffnen kann oder davor stehenbleibt. Tor (Narr) deutet man wie Clown.
Psychologisch:
Oft wird wachsende Bewußtheit im Traum durch das Durchschreiten mehrerer Tore hervorgehoben. Das Tor eines Betriebsgeländes könnte auf berufliche Veränderungen verweisen, ein Gartentor hingegen auf vermehrte Freude im Leben.
Spirituell:
Auf dieser Ebene symbolisiert das Tor im Traum den Durchgang vom Reich des Materiellen zum Reich des Spirituellen.
Volkstümlich:
(arab. ) : - offenes: deutet auf willkommenen Besuch; - geschlossenes: verborgene Dinge werden dich beunruhigen; - mit Gewalt aufsprengen: man wird dich in große Bedrängnis bringen. (europ.) : - Angsttraum; der Lebensweg ist mit Schwierigkeiten versperrt, zu deren Beseitigung man Kraft aufbringen muß; - Torbogen erblicken oder durchschreiten: es werden einem allarmierende Neuigkeiten über weit entfernte Mitmenschen erreichen; Geschäftsangelegenheiten sind ermutigend; - das eigene offen sehen: jetzt freuen sich Bekannte oder Freunde auf Ihren Besuch; - ein fremdes offen sehen: bringt ungeladene Gäste; kündet unangenehmen Besuch an; - durch ein offenes gehen: man wird freundliche Aufnahme bei einem Menschen finden; - Schwierigkeiten haben, eines zu durchschreiten oder zu öffnen: die fesselndste Arbeit wird nicht einträglich oder zufriedenstellend sein; - daran schaukeln: man wird sich Ausschweifungen hingeben; - eins schließen: weist auf erfolgreiche Unternehmungen und gutgewählte Freunde hin; - ein defektes: symbolisiert Versagen und ein unharmonisches Umfeld; - verschlossenes: du wirst irgendwo nicht gern gesehen; auch: sagt Unvermögen voraus, anstehende Probleme zu überwinden. (ind. ) : - verschlossenes: du mußt mit Hindernissen rechnen; du mußt energisch sein; - offen: dein Lebensweg wird glücklich enden; - gewaltsam öffnen: du wirst dir Erfolge erzwingen. - Tor, in eins eindringen, dabei erwischt und rausgeschmissen werden: Eine Warnung vor fremden Gebiet. (Siehe auch "Clown", "Tür")
Allgemein:
Eines der meistgeträumten Symbole für die eigene Angst, daß man seinen Idealvorstellungen, Hoffnungen und Ansprüchen vergeblich hinterherläuft.
Psychologisch:
Träume von Verfolgungen sind wie Träume vom Fliegen überaus weit verbreitet. Der Träumer kann dabei auch gelegentlich der Verfolger selbst sein, häufiger aber ist er der Verfolgte – gejagt von (oft nicht identifizierbaren) Feinden oder Ungeheuern. Es ist wichtig, das Symbol zu identifizieren, das einem verfolgt, aber man denke immer wieder daran, daß es nicht ist, was es zu sein scheint. Vielleicht ist es eine Vorstellung oder Furcht, beispielsweise die Furcht vor Arbeitslosigkeit – oder auch ein Liebespartner, sexuelle Unsicherheit, ein Haus oder etwas, das man zu kaufen beabsichtigt. Man kann sowohl der Verfolger als auch der Verfolgte sein – oder sogar beides! -, wenn der Ehrgeiz einem treibt und den Erfolg sucht. Auch das gejagt werden von einem Gefühl ist denkbar, möglicherweise eines, das man im Wachleben von sich weist. Es ist gesagt worden, daß fast jeder Traum dieser Art einen Konflikt meint – und wer oder was einem verfolgt, etwas ist, mit dem man sich unterbewußt identifiziert, selbst wenn man es im Bewußtsein verabscheut. Einen solchen Traum sollte man sich stets näher besehen. Dazu stellt man sich vor dem Schlafengehen die direkte Konfrontation mit dem Verfolger vor und daß man Auskunft verlangt, warum man verfolgt wird. (Siehe auch "verfolgt werden")






