Trauminterpretation
Allgemein:
Der Traum nimmt das Bett besonders wichtig: "wie man sich bettet so liegt man". Damit ist unsere unbewußte Lage symbolisiert. Im Bett hat man Ruhe, man ist geborgen, an den Schlafenden werden keine Anforderungen gestellt. Im Traume wird der Schlafende häufig beunruhigt. Es ist eine Unruhe, die sein Bewußtsein nicht erreicht hat, und man soll ihr nachgehen. Das Traumbett steht am besten zur linken Hand, auf der unbewußten Seite. Im Augenblick, da eine Frau ihr Traumbett nach rechts verschob, erschien ihr ein Gespensterwesen. Gespenster aber tauchen auf, wenn eine natürliche Ordnung gestört ist. Wenn Ungehöriges geschieht, wird es "ungeheuer".
Psychologisch:
Traditionell wird das Bett als Symbol für den Kreislauf des Lebens verstanden: Hier werden Kinder gezeugt und geboren, Kranke gesund und es ist der Platz des Sterbenden. Bett kann sexuelle Bedürfnisse versinnbildlichen, die man nicht genügend auslebt. Es ist der Hort der Geborgenheit, in dem uns manchmal tiefe Unruhe erfaßt; man sollte diesem Gefühl im Wachzustand nachgehen, weil es auf irgendeinen verborgenen Herd seelischer Krankheitskeime hinweisen könnte. Je nach den Begleitumständen stehen dahinter aber auch die folgenden Bedeutungen, die zum Teil auf alte indische Quellen beruhen: - Wichtig ist die Größe des Bettes. Füllt es beispielsweise den ganzen Raum, bedeutet dies, daß der Träumende der Sexualität in seinem Leben einen zu großen Stellenwert beimißt. - Ist das Bett zu schmal oder zu klein, ist das Gegenteil der Fall. - Das eigene leere Bett sagt etwas über die seelische Einsamkeit des Träumers aus. - Ein fremdes leeres Bett soll auf einen bevorstehenden Todesfall oder ein anderes Unglück in der Familie oder ein anderes Unglück in der Familie oder im näheren Verwandtenkreis hinweisen. - Verhängtes Bett kann die Bereitschaft zu einem sexuellen Abenteuer anzeigen, insbesondere wenn man sexuelle Bedürfnisse oft unterdrückt. - Handelt der Traum von einem frisch bezogenen Bett, so weist dies auf die Notwendigkeit hin, jene Gedanken und Vorstellungen, die dem Träumenden wirklich wichtig sind, von einer neuen Warte anzugehen. Wir sind der Meinung, daß ein sauber bezogenes Bett den Träumer vielleicht eher daran erinnern sollte, auch im Wachleben auf "Sauberkeit" im Intimleben zu achten; schmutziges Bettzeug wäre demnach ein Signal dafür, seine Beziehungen ins reine zu bringen. Nach einem mittelalterliche Traumbuch soll dies Glück in der Liebe verheißen, wenn es schmutzig ist, Pech. - Wenn man im Traum allein ins Bett geht, kann dies den Wunsch danach symbolisieren, in die Sicherheit und Geborgenheit des Mutterschoßes zurückzukehren. - Geht der Träumende in seinem Traum mit einer anderen Person ins Bett, so kann dies entweder das sexuelle Begehren für diesen Menschen ausdrücken oder zeigen, daß der Träumende sich vor seinen sexuellen Impulsen nicht zu fürchten braucht. - Im Bett liegen wird als das Bedürfnis nach mehr Ruhe oder als Flucht vor der Realität, teilweise aber auch als Zeichen für Zufriedenheit und innere Harmonie verstanden; manchmal sucht man darin auch das vorübergehende Vergessen von Problemen und Konflikten oder wird auf eine bevorstehende ernstere Krankheit vorbereitet. - Bett machen verheißt meist ein zukünftiges glücklicheres Familienleben. - Schlecht gemachtes oder schmutziges Bett kann Unzufriedenheit mit sich selbst und den eigenen Lebensumständen anzeigen oder auf familiäre Probleme hinweisen. - Nicht schlafen können im Bett kündigt Unruhe und Streit mit anderen an. - Aus dem Bett aufstehen zeigt, daß man einen Entschluß gefaßt hat und ihn mit Mut und Ausdauer durchführen wird. - Kommt das Bett in Träumen von Ehepaaren oder langjährigen Lebenspartnern vor, kann der Zustand des Bettes über die Beziehung Auskunft geben.
Spirituell:
Ein Bett kann eine Art spirituelles Heiligtum und ein Gefühl von Reinheit darstellen. Es ist der Ort der Regeneration, der Liebe, des Todes und der Geburt.
Volkstümlich:
(arab. ) : - Das vertraute Unterbett bedeutet die Ehefrau. - Träumt einem, dasselbe sei ihm gestohlen worden, so bedeutet dies den Tod seiner Ehefrau; ist es verbrannt, wird sie durch eine schwere Krankheit umkommen. - Dünkt es ihn, er bekomme ein anderes Unterbett, wird er entsprechend dessen Schönheit eine andere Frau nehmen. - Trägt er dasselbe von einem Ort zum andern, wird seine Frau von einer Hand in die andere wechseln. - Ist der Ort, wohin das Bett getragen wurde, besser oder schlechter, wird sich die Lage der Frau entsprechend verbessern oder verschlechtern. - Findet jemand eine andere Matratze, wird er eine andere Frau zu sich nehmen. - Schläft einer in einem fremden Haus in einem fremden Bett und kennt er den Hausherrn, wird er dessen Frau zum Ehebruch verführen, kennt er ihn nicht, Unzucht treiben. - Schnürt einer sein Bettzeug zusammen und trägt es anderswohin, wird er von seiner Frau fortgehen und sie bei seiner Rückkehr züchtig und unbescholten vorfinden; ist sein Bettzeug voller und praller geworden, wird er, wenn er wieder heimkommt, seine Frau schwanger von ihm finden. - Dünkt es einen, er habe ein unbekanntes Bett, wird er in der Fremde eine Frau nehmen, deren Art und Wesen der Schönheit, Größe und Ausstattung des Bettes gleicht. - Schaut einer ein bekanntes oder fremdes Polster auf seinem Bett und sich selbst darauf liegen, wird er große Verantwortung und Freude erlangen, weil das Polster auf einem hölzernen Bett liegt, Holz aber auf mächtige Männer weist; je länger er auf dem Bett liegt, um so mehr wird er über diese Männer erhöht werden. - Schläft einer auf weichem Polster ohne Sorgen, wird er seine Frau betrüben und sich nicht um sie sorgen; ruht er auf buntem Polster, wird der Traum entsprechend den oben gedeuteten Farben ausgehen. - reinweiß überzogen sehen: glückliches Eheleben; - sehr schön: glückliche Ehe; - in Unordnung: eines deiner Geheimnisse wird enthüllt; - gut gemacht: Sicherheit und Ruhe; - schmutziges: Krankheit in der Familie; - schlechtes: Unglück in der Familie erleben; - forttragen sehen: Einbuße in seinem Besitz, du wirst ein Darlehen einbüßen; Page 257 256 - sonnen sehen: häusliche Wohlfahrt. - sonnen und ausklopfen: Wohlstand im Haus; - leeres und aufgedecktes: Todesfall; - sich hineinlegen: krank werden; - darin liegen: du wirst erkranken; - sich daraus erheben, heraussteigen: von einer Krankheit genesen. - einen Fremden in seinem Bett sehen: Uneinigkeit in der Ehe; - mit Vorhang sehen: Trauung; (europ.) : - hübsches sehen: bedeutet Glück; - sauberes weißes sehen: Sorgen werden verschwinden; - das eigene Bett in Unordnung sehen: die verborgensten Geheimnisse werden demnächst herauskommen, und das kann peinlich werden; - darin sitzen, wenn es rein ist: bedeutet frühe Heirat; Zufriedenheit; - allein im Bett liegen: Gefahr; - sich selbst im Bett liegen sehen: man sollte besser auf seine Gesundheit achten, denn man Bedarf Ruhe und Erholung von Streß; - in einem fremden Zimmer im Bett sein: unerwarteten Besuch bekommen; - in einem fremden Bett liegen: unerwartete gute Wendung in geschäftlichen Angelegenheiten; - sich in einem fremden liegen sehen: man sollte in der nächsten Zeit etwas mißtrauischer sein; - anfertigen: deutet auf einen Wechsel des Wohnsitzes; - unsauberes: du wirst ein Geheimnis entdecken oder von jemanden erfahren; Unzufriedenheit; man sollte sich vor der Gesellschaft negativer Menschen hüten; - in einem nicht schlafen können: Uneinigkeit; - mit einem Kind in einem liegen: Erfüllung einer Hoffnung; - leeres sehen: eine traurige Mitteilung kommt ins Haus; möglicherweise ein Todesfall; - machen: häusliches Glück; - Bei einer jungen Frau bedeutet das Bettenmachen einen neuen Liebhaber und angenehme Beschäftigungen. - für einen Kranken bedeutet dies: es werden Komplikationen auftreten, die vielleicht zum Tode führen; - im Bett unter freiem Himmel schlafen: erfreuliche Erfahrungen und Schicksalswendung zum Guten; - einen Freund blaß im Bett liegen sehen: Freunde werden in Schwierigkeiten geraten; - Träumt eine Mutter, daß ihr Kind das Bett näßt: Zeichen für ungewöhnliche Ängste; - wenn Kranke das Bett nässen: Sie werden sich nicht so rasch erholen wie erhofft; - selbst das Bett nässen: Krankheit oder tragische Ereignisse werden Alltag durchkreuzen. (ind. ) : - leeres: es wird dich Trauer umgeben; - darin liegen: achte auf deine Gesundheit; - schmutziges: du sollst dich mehr deiner Familie widmen; - unordentliches: du drückst dich nicht deutlich aus und verursachst in deiner Familie Angst; - wegtragen sehen: du stellst unsinnige Bitten; - heraussteigen: Erfolg ist dir nur sicher, wenn du bei der Sache bist; - einen Bekannten darin sehen: Verzweiflung wird über dich kommen, denn du hast dich in eine Sache eingelassen, die du jetzt bitter bereust; - verhängtes: du hast Glück beim anderen Geschlecht. (Siehe auch "Bettwäsche", "Matratze", "Möbel", "Haus", "Sexualität")
Allgemein:
Die Brieftasche repräsentiert in Träumen den Ort, an dem der Träumende seine Ressourcen - nicht nur die finanziellen, sondern auch alle übrigen - sicher aufbewahrt. Doch wird das Verhältnis, welches der Träumende zum Geld hat, durch das Traumsymbol in den Vordergrund gerückt. Brieftasche versinnbildlicht die eigene Persönlichkeit und das Streben, sich selbst zu erkennen und zu verwirklichen. Je nach Begleitumständen sind folgende spezielle Bedeutungen möglich: - Verlust der Brieftasche warnt davor, daß man entlarvt werden kann. - Finden einer Brieftasche kann ankündigen, daß man jemanden auf die Schliche kommen wird; enthält sie Geld, macht das oft darauf aufmerksam, daß man sich mehr anstrengen muß, um seine Ziele zu verwirklichen. - Diebstahl einer Brieftasche warnt vielleicht vor Enttäuschungen und Verlusten durch falsche Freunde.
Psychologisch:
Symbol für Geld, Eigentum und Besitz. Träumt man wiederholt vom Verlust der eigenen Brieftasche, kann es auch eine Warnung vor drohendem Identitätsverlust sein. Die Brieftasche im Traum kann für die weiblichen Aspekte der Fürsorge und Zurückhaltung stehen und somit die Haltung des Träumenden zu Intuition und Bewußtheit zum Ausdruck bringen.
Spirituell:
Die alte Vorstellung, daß man sein "Leben" in der Brieftasche trägt, versinnbildlicht nicht nur das Leben, sondern auch Gesundheit.
Volkstümlich:
(arab. ) : - sehen oder besitzen: Verborgenes wird dir aufgeklärt werden; - verlieren: Unannehmlichkeiten. (europ.) : - in der Brieftasche kann die eigene Existenz gesehen werden; um sie ringt man, und man will sie nicht verlieren; bedeutet, daß man ein Geheimnis streng für sich behalten soll; - verlieren: ein Geheimnis wird offenbar werden; auch: mit dem besten Freund eine Meinungsverschiedenheit haben; - finden: man wird hinter das Geheimnis eines anderen kommen; - eine mit Geld finden: man möchte ohne Arbeit zu Geld kommen, was aber nicht gelingen wird; - eine gefüllte (mit verschiedene Dinge) finden: fast immer die eigenen Wünsche erfüllen können; - eine leere finden: in einer großen Hoffnung enttäuscht werden; - eine gestohlen bekommen: Warnung vor einem Menschen in der näheren Umgebung, der schlechte Absichten hat. (ind. ) : - du wirst einem Geheimnis auf die Spur kommen. (Siehe auch "Geldbeutel")
Psychologisch:
Wer in einem dunklen Gang nicht das Ende absehen kann, steckt in einer Lebenskrise, aus der er sich nur mit Mühe heraustasten kann. Der Gang kann auch eine Station auf unserem Lebensweg bedeuten und die Ratlosigkeit umschreiben, die den Träumenden bei der Frage erfaßt, welche Tür er öffnen soll, um aus einer unübersichtlichen Lage herauszukommen.
Volkstümlich:
(arab. ) : - dunkler: Sorgen. (europ.) : - dunkler: verkündet nichts Gutes; erhellt er sich, so wird sich alles zum Besten wenden; - durch einen hindurch gehen müssen: das Übel wird leicht überstanden werden. (ind. ) : - dunkler: irgendeine Sache läßt dir keine Ruhe. (Siehe auch "Dunkelheit", "Enge", "Flur", "Tür")
Psychologisch:
Sicher ein sehr aktueller "Neuzugang" unter den Traumsymbolen. Wer häufig vom Handy träumt (es mit sich tragen, viel unterwegs zu telefonieren usw.), ist auch in der Realität der typische Handybenutzer - er schätzt Unabhängigkeit in allen Lebenslagen, mag es zu improvisieren und läßt sich von seiner Umgebung nicht kontrollieren - er haßt es, jemandem Rechenschaft abzulegen, z.B. auch darüber, warum und wann er mit jemandem Kontakt haben möchte. Ein sehr "heutiges" Symbol für individuelles Freiheitsbedürfnis. (Siehe auch "Telefon")
Allgemein:
Auf der Stufe unserer Zivilisation dagegen steht das sehr häufig geträumte Hotel. Auch hier handelt es sich meist nicht um ein bestimmtes Hotel. Sind wir in diesem unbekannten Hotel Gast, dann wohnen wir auf unserer Lebensreise zur Zeit in einem sehr allgemeinen, unpersönlichen Raume. Wir erhalten dabei die übliche Speise vorgesetzt, welche "der Reisende" eben verlangen kann. Die Verantwortung für unser Wohlergehen hat der Hoteldirektor, ein zweitrangiger innerer Leiter des Unbewußten. Häufig ist das Hotel, entsprechend der Beschaffenheit des Seelenraumes, in dem wir uns zur Zeit aufhalten, recht dubios; es steht oft in dunkler Gasse. Die Mitgäste können bedenkliche Schatten unseres eigenen Wesens sein. Bei der Deutung ist es wichtig, an diese inneren Figuren heranzukommen, darüber sich klar zu sein, was in uns auf unbewußter Reise ist. Sich in einem Hotel aufhalten kann auch bedeuten, daß man aus einer Situation in seinem Leben für kurze Zeit flüchten muß. Andererseits ist es auch möglich, das Traumsymbol umgekehrt zu deuten: Eine Situation, in der sich der Träumende befindet, ist nur von kurzer Dauer. Ein luxuriöses Hotel kann das Bedürfnis nach mehr Bequemlichkeit und Wohlergehen verkörpern.
Psychologisch:
Da das Hotel normalerweise kein Ort ist, an dem man ständig wohnt, weist es im Traum auf Übergangssituationen und Veränderungen auf dem Lebensweg des Träumenden hin. Hotel kann für jene Einstellungen und Haltungen stehen, die im Verlauf der persönlichen Entwicklung vorübergehend auftreten, aber schon bald überholt sind. Das Hotelzimmer ist demnach ein etwas dubioser, unpersönlicher Raum, in dem wir Einkehr halten. Die fremden Menschen, auf die der Träumende im Hotel trifft, verbildlichen seine eigenen unbewußten Seiten und unbekannte psychische Einflüsse. Deshalb ist es interessant, die Entwicklung, die diese Begegnungen mit sich bringen, zu beachten. Irgend etwas scheint in uns auf unbewußter Reise zu sein. Der Aufenthalt im Hotel ist möglicherweise ein Hinweis darauf, daß der Träumende unbeständig ist und sich nur vorübergehend niederlassen kann. Wenn er gezwungen ist, im Hotel zu leben, steht dies für eine grundlegende Rastlosigkeit in seinem Charakter. Der Träumende muß prüfen, ob er auf der Flucht vor sich selbst ist. Man achte auf den Namen des Hotels (oft tragen sie Tiernamen), dann könnte man die Reise unseres Ich mit den entsprechenden Symbolen in Verbindung bringen.
Spirituell:
Auf der spirituellen Ebene steht Hotel im Traum für einen heiligen Ort, für eine begrenzte Zeit oder für die Suche nach einer geschützten Umgebung.
Volkstümlich:
(arab. ) : - (sich in ihm befinden): du wirst eine Reise machen; - sich in einem luxuriösen befinden: man lebt über seine Verhältnisse. (europ.) : - man ist mit sich selbst irgendwie nicht einig und läuft vor sich selbst fort; - sehen: man ist gezwungen, seine Liebe vor anderen zu verbergen; - sich selbst in einem sehen: die gebuchte Reise wird teurer als kalkuliert; - Hotelhalle, in der man sich sitzen sieht: man sucht eine reiche Bekanntschaft; - in einem wohnen: prophezeit Sorglosigkeit und Gewinn; - Frauen in einem besuchen: man wird ein ausschweifendes Leben führen; - ein Luxushotel symbolisiert für den Reichen Wohlstand und Reisen; für den Armen Verlust und Kämpfe; - Eigentümer eines Hotels sein: man wird unermeßlichen Reichtum ernten; - in einem arbeiten: man könnte eine einträgliche Arbeit finden; - eines suchen: man wird im Streben nach Wohlstand und Glück erfolglos bleiben; - Sehen sich verheiratete Männer in einem Hotel, müssen sie eine heimliche Liebe auch weiterhin vor anderen verbergen. (Siehe auch "Fremde", "Gasthaus", "Gästehaus", "Gebäude", "Herberge", "Portier", "Stadt")






